“Das Leben ist nicht einfach, was es ist. Es ist immer erst das, was wir daraus machen.”
(Viktor Emil Frankl)

Die Logotherapie und Existenzanalyse Viktor Frankls geht davon aus, dass das Leben unter allen Umständen gestaltbar ist. Selbst in schwierigen Krisen bleibt ein Rest an Gestaltungsfreiraum, den es zu ermitteln gilt, der den Menschen aus Ohnmacht und Resignation hebt und ihn wieder zum Akteur seines Lebens ermächtigt.

Im Zentrum meiner Arbeit steht die Überzeugung, dass das Entdecken von Sinn und Ziel den Menschen befähigt, Krisen nachhaltig zu bewältigen, Resilienz und Gesundheit zu stärken und neue Perspektiven zu entwickeln. Meiner Überzeugung nach gibt es eine geistige Dimension des Menschen (vgl. Viktor Frankl) und Sinn und Spiritualität schöpfen beide aus dieser Quelle. Unabhängig von Religionsbekenntnissen glaube ich, dass Spiritualität eine Universalie, ein Humanum ist, das in der bisherigen Psychologie und Psychotherapie kaum Berücksichtigung fand und erst jetzt als enorme Ressource in Therapie und Beratung Eingang findet. Ich verstehe Spiritualität als die Fähigkeit, durchlässig zu werden für die Sinnanrufe des Lebens und das Eintreten in einen Erfahrungsraum der Ordnung, des Vertrauens und des Verbundenseins (connectedness). Dieses Verbundensein kann ganz unterschiedlich erlebt werden: in vertikaler Weise (Verbindung mit Gott, dem Transzendeten, dem Höchsten, dem Sein) oder in horizontaler Weise (Verbundenheit mit dem Großen und Ganzen, der Natur, der gesamten Schöpfung).